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Fabelweltrekord! 210 km/h mit Bike auf Schnee 20.09.2007

LA PARVA (Chile)Der 33jährige Österreicher Markus Stoeckl stellte am Wochenende auf der revitalisierten Hochgeschwindigkeitsstrecke von La Parva in den chilenischen Alpen mit 210,4 km/h einen neuen Weltrekord für Serienfahrräder auf. Er übertraf seinen eigenen acht Jahre alten Rekord um sagenhafte 23 km/h.

 

Jahrelang war es still gewesen bei den schnellsten Landfahrzeugen auf Erden, die ohne Antrieb unterwegs sind, den Speedbikes auf Schnee. In den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts duellierten sich vor allem zwei Franzosen, Eric Baronè und Christian Taillefer, in gummierten Anzügen, mit aerodynamischen Helmen und Körperspoilern auf futuristischen, nur entfernt an Fahrräder erinnernden Geschossen in den französischen Alpen um den Weltrekord. Der einzige der damals halbwegs mithalten konnte war der junge Kitzbüheler Markus Stoeckl. Weil er sich damals keinen teuren Prototypen leisten konnte, fuhr er in der Klasse der Serienräder und holte sich 1999 in Les Arces mit 187,013 km/h den Weltrekord. Seit dieser Zeit steht auch Eric Barones Rekord von 222 km/h in der Klasse der Prototypen.

Danach war in Frankreich die Luft draußen, wie Markus Stoeckl erzählt: keine Rennen, keine Meisterschaften, keine Strecken.

Seither fuhr Hüne mit dem Spitznamen „Herkules“ (100 kg bei 1,90 Metern) „normale“ Downhill-Rennen, gründete seine eigene Firma und mit dem „MS Intense Racing“ ein eigenes Weltcup-Team.

Er war gerade bei einem Job in Portugal im Einsatz, als er erfuhr, dass im chilenischen La Parva die alte Speedstrecke kurzfristig wieder präpariert wurde. Er packte seinen alten Helm, den Speedanzug und sein neues „Intense M6“ Bike und flog nach Südamerika.

Exakt sieben Tage später, am Freitag, den 14. September um 11:18 Uhr stand er am höchst möglichem Startpunkt direkt unter dem Felsen, vor ihm die 2000 Meter lange und im Startbereich 45 Grad steile Schneepiste.

Die Voraussetzungen für die Rekordfahrt waren fern ab von ideal. Weil der südamerikanische Frühling die Piste zu einem schmal Band zwischen den Felsen schmolz, musste auf ein kontinuierliches Hinaufverlegen des Starts verzichtet werden. Die letzte Testfahrt erfolgte hunderte Meter weiter unten mit einer Geschwindigkeit von 178 km/h. Weil die Sehschlitze des Helmes beschlugen, musste Stoeckl während der rund 40 Sekunden dauernden Fahrt noch dazu die Luft anhalten. „Mir war aber klar, das ist meine einzige Chance.“

Der Rekordrun von 210,4 war aber dann unglaublich ruhig, völlig ohne Probleme, geradezu unspektakulär.

Jetzt hat Markus Stoeckl Blut geleckt, er möchte den anderen Uralt-Weltrekord von Eric Baronne auch knacken, dann aber mit besserer Vorbereitung und Top-Material. Fernando Habash, Verantwortlicher des Skiresorts La Parva, hat in jedem Fall schon eine rekordtaugliche Strecke für 2008 zugesagt.

 

Zitate:

„Am Ende der Fahrt hatte ich den Eindruck, ich würde mir selber beim Fahren zusehen“.

„Die Anreise nach Chile war so überhastet, dass ich den Weltrekord mit meinen Straßenschuhen fuhr“.

 

Honorarfreie Bilder nur für redaktionelle Verwendung: Alfredo Escobar für Sports&News