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Erstbefahrung der längsten Skiabfahrt der Welt 22.08.2007

MOUNT ST. ELIAS (Alaska) Nach enormen Anstrengungen, zwei Anläufen und unter tödlichen Gefahren bezwangen die beiden Kitzbüheler Axel Naglich und Peter Ressmann den relativ höchsten Berg der Welt, den 5489 Meter hohen Mount St. Elias in Alaska.

Verglichen mit dem Mount St. Elias erscheint der Mount Everest geradezu wie ein Zwerg. Zwar nur „5489“ Meter hoch, reicht er aber bis auf Meereshöhe, während der 8848 Meter hohe Everest relativ nur rund 3500 Meter aus dem Tibetanischen Hochland herausragt.

Den Kitzbüheler Architekt und Extremskifahrer Axel Naglich (39), der vor drei Jahren den Mount Cook in Neuseeland und vor vier Jahren Europas höchsten Berg, den Elbrus im Kaukasus auf neuen, extremen Routen erstmals befahren hatte, hat der Gigant am Pazifik schon seit Jahren angezogen.

Im zweiten Anlauf und in zwei Abschnitten hat Naglich mit seinem Partner Peter Ressmann nun die mit exakt 5489 Höhenmetern längste und steilste Skiabfahrt der Welt vom Gipfel bis zum Meer als Erster befahren. Bis zu 60 Grad steile Eishänge, endlose Felder von Gletscherspalten, ständige Lawinengefahr und Steinschlaggefahr bei mehreren Felspassagen verlangten höchste Konzentration und eine Null-Fehler-Quote. Die Expedition, die im Anstieg elf Tage und in der Abfahrt in Summe 3 Tage dauerte, war für den Multisportler ein Grenzerlebnis: „Die Anstrengungen sind gewaltig und lebensbedrohliche Gefahren sind auf diesem Berg allgegenwärtig“. In diesem Teil der Welt fallen die ergiebigsten Schneemengen der Welt, im Advanced Base Camp schaufelte man in einem Schneesturm um das blanke Leben und musste dann das Zeltlager aufgeben, um in eine Schneehöhle zu flüchten. Einem amerikanischen Expeditionsteam, das vor einigen Jahren diese Erstbefahrung versuchte, wurde der St. Elias zum Verhängnis: beide Skifahrer starben und liegen heute noch im Eis der Gipfelflanke.

Stolz sind Naglich und Ressmann auf die alpinistische Dimension bei diesem Unternehmen, waren sie doch erst die 13. Expedition auf dem Gipfel dieses „Monsters“ (Naglich) und seit über fünf Jahren die erste erfolgreiche.

Der Kärntner Kameramann Gerald Salmina hat diese Expedition verfilmt, die Dokumentation wird im nächsten Jahr in die Kinos kommen.

Zitate:

„Ein Mal hatte ich über Nacht die Skischuhe nicht ins Innenzelt gestellt. Ich brauchte eine Stunde, sie wieder anzuziehen. Hätte ich es nicht geschafft, wäre ich nicht mehr herunter gekommen“, Axel Naglich.

„Einmal konnte ich Axels Schritte spüren, der 30 Meter vor mir ging, so hohl und labil war die Schneedecke in der Gipfelflanke“; Peter Ressmann.

„Wahrscheinlich ist die Fahrt ein Weltrekord, aber wir sind nicht wegen dem Guiness-Buch auf den Berg…“, Axel Naglich.

„Man fühlt besonders, wie schön das Leben ist, wenn man ab und zu Gefahr läuft, es zu verlieren“, Axel Naglich.

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